von mir für euch

Wer einen Wein für sich ganz alleine im Kämmerlein genießen kann ist schlichtweg zu beneiden. Das ist Lebensqualität auf höchstem Niveau. Andererseits kann der Wein aber auch als prädestiniertes Begleitinstrument für ein akustisches oder visuelles Erlebnis dienen, um Leib und Seele zu verwöhnen. Und wenn dabei dem Geist noch neue Horizonte eröffnet werden, ist für mich der Sinn und Zweck meiner Veranstaltungen erfüllt.


"Neues vom Berg"



People in Winery



Veranstaltung 1 - 4


1. Bildervortrag von Prof. Dr. Bruno Illius "Der Stein der Liebe"
Samstag, 26.11. 20.00 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Im Berliner "Tiergarten" liegt ein 35t schwerer, kunstvoll bearbeiteter und in den Weltsprachen mit "Liebe" beschrifteter dunkelroter Felsen. Er wurde 1999 von dem Bildhauer Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld auf eigene Kosten aus Venezuela geholt und der Stadt Berlin geschenkt, um Teil eines Steinkreises zu werden, der seit einigen Jahren riesige Steine aus allen Kontinenten vereint. Der Künstler hatte sich ein "Friedensprojekt" erträumt und es in Jahren mühevoller Arbeit unter Einsatz seines gesamten Vermögens – und seines Lebens – verwirklicht. Das "Stonehenge von Berlin" ist zum Zentrum diverser spiritueller Aktivitäten geworden: Stadtschamanen knien andächtig rasselnd vor dem südamerikanischen Stein; am 21. Juni, zur Sommersonnenwende, bilden sich händchenhaltende und verklärt in den Himmel blickende Menschenkreise zwischen den Steinen. Plötzlich fordert der Staat Venezuela "im Namen der Pemón-Indianer" vehement den Stein zurück: Dieser sei ein "Heiligtum" der Pemón, nämlich die versteinerte mythologische Ur-Ahne des Stammes! Der Künstler hätte diese gegen den Willen der Pemón "gestohlen und entführt". Prof. Dr. Illius ist für seine überaus spannenden, thematisch einzigartigen, akribisch recherchierten und klischeezerschmetternden Vorträge berüchtigt. Selbst ein zunächst harmlos erscheinender Stein wird uns aufgrund seiner Ausführungen die Augen für das scham- oder ahnungslose Treiben vieler Beteiligter in diesem Schmierentheater öffnen. Was für ein Genuss!

2. Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer „Best of“: Krimi-Show mit Musik
Samstag, 3.Dezember, 20.00 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Was haben wir die letzten Male hier in der Weinerei für Tränen gelacht, als die beiden Erfolgsautoren Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer einiges aus ihren überaus erfolgreichen Schwarzwaldkrimis zum Besten gaben, die sich mittlerweile schon über 250.000 mal verkauft haben. Der Erfolg ihrer Lesungen beruht aber nicht nur auf den skurrilen Charakteren, welche die Krimis zu einem amüsant-spannenden Lesevergnügen machen, sondern nicht minder auf den humoristisch-szenischen und musikalisch-schrägen Einlagen, die ein gewisses schauspielerisches Talent nicht vermissen lassen, kurzum, auf pralle Unterhaltung. Dieses Mal sogar noch unterstützt von den „Dörr-Brüdern“ - im Verbund mit den beiden Musikern sind sie sonst nur in größeren Sälen zu erleben. An diesem Abend werden wir mit jener schrulligen, aber uns nur zu vertrauten südbadischen Mentalität konfrontiert, deren geistige Reife und gesunde Bodenständigkeit wir nur mit der willenlosen Einnahme unbegrenzter Mengen an verbotenen Früchten verstehen können.

3. Operngesang mit Andrej Yvan und Maria Torba
Samstag, 10. Dezember, 20.00 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Was für ein Banause, Ignorant und unbelehrbarer Tor ich doch war, das Meistergenre der Musikszene bisher so sträflich vernachlässigt zu haben. Aber zu unserem aller Glück bin ich neulich in die Mozartsche Oper „Cosi fan tutte“ im Freiburger Theater gestolpert. Sie hat mich so begeistert, dass ich danach unverzüglich den Starbassisten Andrej Yvan, der den Don Lorenzo sang, hinter der Bühne aufsuchte, um ihm ein Engagement mit unbegrenzten Weinmengen in der Weinerei an zu bieten. Und was soll ich sagen, das Fässchen hat ihn wohl überzeugt. Nun wird uns also das hochprofessionelle rumänische Gesangsduo mit Herrn Andrej Yvan (Bass) und Frau Maria Torba (Soprano) die Ehre geben und für uns weltberühmte Arien singen, dass selbst die eingefleischtesten Opernatheisten ihnen Respekt zollen werden. An diesem Abend genießen wir die verbotenen Früchte stilvoll bei eloquenten Gesprächen und mit zwei regelrecht umwerfenden Stimmen aus allernächster Nähe, so nah, wie wir es wohl in keiner Oper dieser Erde jemals mehr wieder so erleben werden.

4. The Market Barkers
Samstag, 17. 12., 20.00 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Es war vor ca. eineinhalb Jahren, als ich beim letzten Wildtaler Open-Air die Weine richtete und mich langsam an meinem mit Fässer aufgebauten Tresen für die ersten Gäste einstimmte, als unerwartet keine 20 Meter entfernt eine Band zu spielen anfing. Schon nach den ersten Akkorden wusste ich, dass ich diese vier, die wie aus einer anderen Zeit entsprungen zu sein schienen, für ein Weinerei-Konzert gewinnen musste. Die Leidenschaft der vier „Marktschreier“ ist der mehrstimmige Gesang und mit Geige, Banjo, Gitarre und Kontrabass ist der Bluegrass – eine Ausprägung der nordamerikanischen Volksmusik – ihnen wie auf den Leib geschrieben. An diesem Abend werden wir eine Band erleben, die uns so kurz vor der kaufwütigsten Zeit des Jahres in eine dem Stress und jeglicher Verpflichtung entrückten Welt entführt, in der wir uns trinkend auf einer schiefen Holzveranda im horizontlosen mittleren Westen wiederfinden und unsere einzige Sorge darin besteht, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Geige und Gesang: Johanna Pflaum Gitarre und Gesang: Ingrid Bauer Kontrabass und Gesang: Benjamin MohrhartBanjo und Gesang: Max Trommsdorff

In eigener Sache: Liebe Gäste, abgesehen vom jeweiligen Um- und Abbau der Weinerei zehrt mich die ausufernde organisatorische Arbeit, die in einer Veranstaltung steckt, langsam auf. Die meiste Zeit und Energie verbrauche ich für die Reservierungen, Stornierungen, Umbuchungen etc. (100 Mails kommen da jedes Mal locker zusammen), die mir schon schlaflose Nächte bescherten. Ich bin glücklich über jeden von Ihnen, der sich hier in der Weinerei einen schönen Abend machen möchte, und da im Grunde ja 90 % aller Gäste auch immer ihren Sitzplatz erhalten haben, bitte ich Sie nun um Verständnis, dass ich die Zeit lieber in kreativere Dinge als die Sitzplatzreservierung einsetzen möchte. Einfach kommen, Spaß am Wein und an den Künstlern haben und sich Wohlfühlen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.